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Ostertau, Ostertau...

2014.04.26

 dscn2197.jpgIn der Fastenzeit haben sich unsere Vorfahren auf Ostern sowohl leiblich, als auch seelisch vorbereitet. Man hat die Messen der Karwoche streng besucht und die einschlägigen Bräuche und Aberglauben aus der alten Heimat, bewahrt und weitergegeben. Auch in dieser heiligen Zeit kam eine Verflechtung der christlichen und heidnischen Bräuchen zum Vorschein. Das Schütteln der Obstbäume zum Geläut der Glochen am Karsamstag, damit sie viel Obst tragen, ist eine fruchtbarkeitbringende, heidnische Tradition. Das Begießen der Mädchen mit Wasser hat man aber von den Magyaren übernommen. Aber der Gang um Ostertau am Osternsonntag ist etwas Besonderes! Es ist ein christlicher Brauch und greift in uralte Zeiten zurück. Pater Martina Anton Jelli beschreibt die Tradition so -Wie die Frauen in der Heiligen Schrift zum Grab, so gingen voatogs, also vor Tagesanbruch (oft schon um zwei Uhr), viele Fromme „um einen Ostertau", das vom Himmel gefallene Lebenswasser, auf den Kalvarienberg. Dabei sollten sie „unbeschrien" ankommen, d.h. nicht angesprochen werden. Am Ostermontag konnte dies auch noch geschehen, dann hieß es, man sei „Emmaus gegangen".

 

 

Auch heute wird diese Tradition von den Mitgliedern der Lochberg-Tanzgruppe ausgeübt. Die Kinder und Jugendlichen stehen schon nach fünf Uhr in der Früh auf. Die schöne Schambeker Tracht wird angezogen, die Mädchen und Burschen nehmen Messbücher und Rosenkränze und die Gruppe trifft sich nach sechs Uhr am Kalvarienberg bei den Kreuzen. Der Blick auf das Ofner-Bergland ist von hier atemberaubend. Aber auch die läuchtende Trachten sind einmalig bei den ersten Sonnenstrahlen. Es wird gemeinsam gebetet, überwiegend deutsch. Ein 120 Jahre altes, deutsches Gebetsbuch spielt hier eine bedeutende Rolle, denn wie vor 100 Jahren, wird auch heute noch aus diesem ein Gebet, das den auferstandenen Jesus Christus begrüsst, aufgelesen. Dieses Buch wurde 5 Generationen hindurch in der Familie vererbt. Nach dem alten, barocken Gebet kniet die Gemeinschaft nieder, um den Ostertau mit den Händen zu sammeln. Auch heute glaubt man, dass der Tau Gesundheit bringen kann. Die Kinder und Jugendlichen bringen aber alle Gebete und Fürbitten mit, die sie selbst vorlesen und dabei eine Kerze am Kreuz anzünden. Obwohl die Tradition ein sehr großes Opfer von den Teilnehmern verlangt, kommen immer wieder viele Leute um an diesem Segen teil zu haben.

 

 

  Auch am Ostermontag war in Schambek viel los. Nach dem Besuch des Osterballs bereiten sich die Burschen gemeinsam auf das Begießen der Mädchen der Tanzgruppe vor. Mit zwei Pferdewagen fuhren sie los um die Mädchen aufzusuchen. Auch eine Blaskapelle folgte den Umzug. Seit Jahren ist es die Friedrich-Kapelle aus Wudersch. Früher war diese Tradition früher nicht so spektakulär, man hat sie einbißchen weiterentwickelt. Statt Seifenwasser aus einem Glas werden die Mädchen mit Sodawasser aus der Flasche besprengt. Das deutsche Sprüchlein dazu darf aber nicht fehlen. Während des Umzugs begrüssen die Bewohner Schambeks mit viel Freude die Mitglieder der Tanzgruppe und die Musikanten. Auch die Mädchen sind dankbar und bieten reichlich Kuchen, Getränke und rote Eier an.

 

 

  Die Lochberg-Tanzgruppe ist leider alleine mit der Bewahrung dieser Traditionen in Schambek, aber trotzdem werden die Jugendlichen und Kinder nicht entmutigt und pflegen mit viel Freude diesen Brauch.

 

 

 

 

Von den Geschehnissen finden Sie viele Fotos auf unserer Facebook-Seite: www.facebook.com/LochbergTanccsoport

www.facebook.com/media/set/


Sandra Titanilla Fuchs

 

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