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25-jähriges Jubiläum einer Partnerschaft

2013.06.17

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 Eine 70-köpfige Delegation fuhr am 7.Mai nach Wettenberg (Hessen) um das 25. Jubiläum der Freundschaft zwischen Schambek/Zsámbék und der Gemeinde Wettenberg zu feiern. Im Oktober 1988, wo die Partnerschaftsurkunde unterzeichnet wurde, wusste man noch nicht was für einen grossen Schritt damit zu dem vereinten Europa gemacht wurde. Man darf auch nicht vergessen, worauf diese Partnerschaft basiert! Die 3700 „Schwaben”, die 1946 aus Schambek vertrieben wurden, wurden auf drei verschiedene Bundesländer, in 4 Zonen in Deutschland zerstreut. Diese Leute hörten aber nie auf Schambeker zu sein. Die Heimat blieb in ihren Herzen für immer stecken. Sie arbeiteten immer daran, dass sie für das Heimatland etwas zurückgeben können. So wurde auch am 19.September 1986 in Hessen der Heimatverein Zsámbék e.V. gegründet. Die derzeitige Mitgliedszahl ist über 80 Personen. Der Geschäftsführer ist der auch in Ungarn hochgeschätzte Ludwig Hankowetz, sein Vorgänger war der unlängst verstorbene Johann Hain, dem auch die schambeker Ehrenbürgerschaft verliehen wurde. Sie halten die Pflege der Beziehung zur ehemaligen ungarischen Heimat und des Brauchtums für wichtig. So wird jedes Jahr beim Krämermarkt das Langoschverkauf von dem Verein organisiert. Früher hat man die Einnahme für Projekte in Schambek angeboten, jetzt werden die Fahrtkosten davon finanziert.

So begann alles in der 25-jährigen Geschichte der Freundschaft zweier Gemeinden, die zwar 1000 Kilometer entfernt voneinander liegen, trotzdem viel Gemeinsames haben. Gegenseitige Besuche, Heimatreisen, kulturelle Programme, Auftritte von Gruppen haben den Grundstein der Partnerschaft gelegt. Als die ungarndeustche Abstammung des ehemaligen Schambeker Bürgermeisters, Imre Zink auch ihm selbst bewusst wurde, hat man von beiden Seiten alles getan um diese Freundschaft auszubauen. Gerhard Schmidt, der über 20 Jahren der erste Mann seiner Gemeinde war, konnte nicht vergessen, als er zum ersten Mal mit Altbürgermeister Feußner nach Ungarn kam. Mit viel Liebe wurden die Gäste in den Partnerstädten empfangen. Die Feuerwehr, die Schule, das Rote Kreuz, die Lochberg-Tanzgruppe und viele Vereine wurden mit der Zeit in die Partnerschaft einbezogen. Im Rahmen des Schüleraustauschs zwischen der Miklós-Zichy-Grundschule und der Gesammtschule Wettenberg, reisten jährlich fast 50 Schüler nach Deutschland und haben Sprache und Kultur kennengelernt. Die Deutsche Selbstverwealtung in Schambek unter der Leitung von Maria Bognár-Donowitz fungierte, als ein lebendiger Motor dieser Freundschaft und bereitete jahrelang die Begegnungen vor. Auch der Sitz der Schambeker Deutschen Selstverwaltung wurde aus Spendegeldern aus Deutschland ua. auch aus Wettenberg saniert (ehem. Gebäude der Milchgenossenschaft/Mülihali).

Der gegenwärtige Bürgermeister der Stadt Schambek Zsolt Csenger-Zalán, hob die Eigenverantwortung, die Selbstbeteiligung und die Solidarität, als Grundwerte der Partnerschaft hervor. Auch Thomas Brunner, Bürgermeister der Gemeinde Wettenberg meinte, dass eine so gut funktionierende Kommunalpartnerschaft, wie die zwischen Schambek und Wettenberg existiert, ist ein starker Baustein für das Haus Europa. Er sieht in dem Heimatverein Zsámbék (Wettenberg) und in der ungarndeutschen Gemeinschaft in Schambek die Säulen der Partnerschaft. Er freut sich darüber, dass die Rechte der deutschen Minderheit durch starke Selbstverwaltungen geschützt sind. Auch Kálmán Balogh, Bürgermeister aus Tök und János Bechtold, Vorsitzende der Deutschen-Selbstverwaltung in Schambek haben ihre Grussworte in ähnlicher Gedankenführung ausgesprochen. Gerharg Schmidt, Ehrenbürgermeister der Gemeinde Wettenberg, hat die vergangenen 25 Jahre in einer Fotozusammenstellung mit Livekommentar vorgestellt. Die Präsentation bekam grossen Beifall, in manchen Augen saßen Tränen. Die Emotionen, die diese 25 Jahren hervorrufen, sind sehr tief und stark. Diese tiefe Berührung haben die Auftritte des Deutschen Chors und der Lochberg-Tanzgruppe mit ihren Produktionen noch weitergeführt und krönten den Abend mit Liedern und Tänzen aus der Heimat. Beide Gruppen ernteten grossen Beifall, sie haben sogar den bekannten ungarndeutschen Schlager „In dea Lahmgrubm stehd a Paam” gemeinsam vorgeführt. Auch die junge TänzerInnen des Vereins „Tanz und Sport” traten mit Standardtänzen auf und klassische Klarinettenstücken haben wir von Norbert Sándor und Judit Járfás gehört. Die Zigeunerkapelle von Dezső Sándor spielte ungarische Musik mit grossem Erfolg. Die auftretende Gruppen und Solisten leisteten eine herausragende Arbeit, das Publikum hat man mit den Produktionen aus Ungarn ganz sicher erfreut. Mit der Unterzeichnung der Jubiläumsurkunden wurde der Wille zum Fortbestand der Partnerschaft dokumentiert. Gott möge diese Partnerschaft auf freundschaftlichen Wegen weiterführen! Das ist ein gemeinsamer Wunsch sowohl der Wettenberger, als auch der Schambeker Bürger. Der Abend klang mit gemütlichem Beisammensein auf die Musik der Thomas Kraft Band aus.


Text: Sandra Titanilla Fuchs  /   Fotos: Volker Mattern


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